SELF-GUIDANCE

Ein innerer Dialog (Teil 3 – Vergebung)

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Regelmäßig setze ich mich vor meinen Computer und stelle eine Frage in den Raum. Etwas, das mich wirklich beschäftigt. Dann warte ich, bis sich das Gefühl von Intimität mit einem tieferen Teil meines Selbst einstellt, und die Worte aufs Papier fließen. In meinem Blog möchte ich einige Highlight aus diesem inneren Dialog mit euch teilen.

Frage: Wie funktioniert Vergebung?

Antwort: Vergebung geschieht in der Hinwendung zum Licht. Vergebung ist das Loslassen alter Erscheinungen. Vergebung ist das was geschieht, wenn du nichts mehr tust um gut zu sein. Vergebung ist das Eingehen des Gewesenen ins Eine. Dafür gibt es keine Voraussetzungen. Du musst überprüfen, was wahr ist. Was ist die Wahrheit über dich selbst? Auf dem Grunde deines Seins, bist du gut oder bist du schlecht? Wenn du fühlst, dass du schlecht bist, schau tiefer, denn hinter dem Gefühl steckt ein weiteres, das es zu entdecken gilt. Dringe durch zu deinem tiefsten Wissen darüber, wer du bist. Dort gibt es nichts mehr zu vergeben. Vollendete Vergebung ist die Erkenntnis, dass es nichts zu vergeben gibt. Damit bist du frei.

Das klingt so einfach, und doch stecke ich fest. Mein Verstand versteht es, und doch sperre ich mich dagegen und krieg es nicht zu fassen, was mich zurückhält.

Um das, was dich beschränkt, loszulassen, musst du zunächst verstehen, warum du festhältst. Ist es nicht auch eine große Macht dich Gottes Gnade zu verschließen? Nein zu sagen zur Vergebung deiner Sünde, was die Sünde selbst ist? Verstehe, dass dein Groll und deine stumme Klage dein Zuhause waren für lange Zeit. Für eine längere Zeit als du vielleicht glaubst. Es sitzt tief in deinen Zellen, deine Zelle ist dein Zuhause.
Fühl die Liebe, die du für dein Gefängnis hast. Es ist okay, verurteile dich nicht für diese Liebe. Du versuchst eine Welt zu retten, in der du lange Zeit zu Hause warst. Du hast sie selbst erschaffen und ausgebaut. Sie ist dein Kind. Bist du bereit, dieses Kind zu verlassen? Ist es nicht interessant, dass du das Gefühl hast, dich selbst im Stich zu lassen, wenn du dich deiner Freiheit zuwendest?
Finde Frieden mit deiner Vergangenheit. Finde Frieden mit deinen vergeblichen, und doch berührenden Versuchen, dir ein Zuhause zu erschaffen, das dein wahres Zuhause ersetzen sollte. Fühl auch die Anstrengung der vielen Jahre und Leben, die du aufgebracht hast, um dieses falsche Zuhause aufrecht zu erhalten.
Wenn du Gott nicht traust, musst du viel Energie aufwenden um für dich selbst Gott zu sein. Und wirst immer wieder erleben, wie du damit scheiterst. Du musst scheitern, weil es gegen das Gesetz des Lebens verstößt. Um deine kleine Welt zu retten, verlierst du die große. Verlierst du das Getragensein, den Trost, die Liebe. Die Gnade so geliebt zu werden wie du bist.
Es ist gut. Du hast nichts falsch gemacht. Du hast bestimmte Erfahrungen gemacht, die der Tiefe deiner Seele und deiner Liebe zuträglich waren. Doch kannst du dich jetzt zurücklehnen und das Empfangen genießen. Es ist nichts mehr für dich zu tun als aufzumachen und Gott zu begegnen. Der Modus der Anstrengung trägt dich nicht mehr weiter. Verabschiede dich von ihm. Danke ihm dafür, dass er dich bis hierher gebracht hat. Und sag ihm, dass du jetzt nach Hause zurückkehrst. Es gibt keinen Grund zur Sorge, aber viele Gründe Freude zu empfinden.

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